Leerstehende Wohnungen steuermindernd ansetzen

Leerstehende Wohnungen können für Eigentümer mit erheblichen finanziellen Verlusten verbunden sein. Für einen gewissen Ausgleich sorgt die Abzugsfähigkeit von Werbungskosten, die dann möglich wird, wenn man beispielsweise mit Anzeigen oder Internet-Werbung neue Mieter sucht. Die dafür gemachten Aufwendungen können auf Mieteinkünfte aus anderen Objekten angerechnet werden. Dazu gehören auch Darlehenszinsen für einen Wohnungskredit.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die „Nachhaltigkeit und Dauerhaftigkeit“ der Suche nach neuen Mietern eine unbedingte Voraussetzung für die Senkung der Steuerlast ist (Urteil vom 28. Oktober 2008, IX R 1/07). Die gleichzeitige Suche nach Käufern für das Objekt steht der Annahme, weiterhin vermieten zu wollen, grundsätzlich nicht entgegen – solange noch ernsthafte Bemühungen in Bezug auf die Mietersuche unternommen werden.

Die Nachhaltigkeit seiner Bemühungen muss der Eigentümer jedoch insbesondere dann nachweisen, wenn es sich um Wohnungen handelt, die schon seit längerer Zeit leerstehen. Um Werbungskosten steuermindernd (als negative Einkünfte aus Vermietung im Sinne von § 21 EStG) anzusetzen, muss der Eigentümer seine diesbezüglichen Tätigkeiten umso stärker an die schwierige Situation anpassen, je länger der Leerstand andauert. Gelegentliche Anzeigen in regionalen Wochenblättern für die Suche nach neuen Mietern reichen dafür beispielsweise nicht aus.

Eine nachhaltige Mietersuche muss gegenüber dem Finanzamt durch aufwendigere – eventuell auch kostenintensivere – Maßnahmen belegt werden, um den unbedingten Entschluss, eine Immobilie vermieten zu wollen, nachzuweisen.

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