Versicherungspflicht für Selbstständige?

Die Diskussion über die Rentenversicherungspflicht für Selbstständige hält an. Das DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) liefert in einer neuen Studie jetzt Argumente für die Befürworter eines größeren Versichertenkreises. Für die Entlastung der Rentenkasse käme es allerdings entscheidend darauf an, wie die Einbeziehung der Selbstständigen zeitlich umgesetzt wird.

Die DIW-Studie untersucht in einem ersten Szenario die Auswirkung einer Versicherungspflicht für alle neuen Selbstständigen. Hier kommt sie zu dem Ergebnis, dass die positiven Effekte nur langsam, aber stetig eintreten würden. Mittelfristig wären sowohl eine Reduzierung des Beitragssatzes als auch eine Erhöhung des Rentenniveaus wahrscheinlich. Würden dagegen ab sofort alle Selbstständigen in Deutschland in die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) einzahlen, könnten die Beitragssätze schon kurzfristig sinken – um bis zu 1,5 Prozentpunkte. Mittelfristig würde dieser Effekt allerdings zurückgehen, weil dann mehr Versicherte früher Rentenleistungen beziehen würden. Als effektivste Lösung erscheint ein mittlerer Weg, der die größten Entlastungswirkungen ab den 2020er Jahren eintreten lässt. Dann gehen die Babyboomer in Rente.

Die Studie wird die Diskussion um eine Rentenversicherungspflicht für Selbstständige weiter beleben. Aber nicht nur die Selbstständigen, sondern auch die Mini- und Midi-Jobber wurden in der Untersuchung des DIW berücksichtigt. Hier war das Ergebnis eindeutig: Eine Einbeziehung dieser Gruppe hätte auf die Finanzlage der Gesetzlichen Rentenversicherung kaum spürbare Effekte.

Einzelheiten zur Untersuchung sind im DIW Wochenbericht 30/16 nachzulesen.

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