In Steuersachen dürfen Hausverwalter nur eingeschränkt tätig werden

Während Steuerberater und Rechtsanwälte ohne Einschränkungen zu steuerlicher Beratung befugt sind, bestimmt § 4 Steuerberatungsgesetz (StBerG), dass auch andere Berufsgruppen und Institutionen in Steuersachen Hilfe leisten dürfen – allerdings mit Einschränkungen. Dazu gehören unter anderem Hausverwalter als Verwalter fremden Vermögens im Sinne von § 4 Nr. 4 StBerG. Auf deren begrenzten Befugnisse hat jetzt der Bundesfinanzhof (BFH) hingewiesen.

In dem entschiedenen Fall (Urteil vom 10. März 2015, Az. VII R 12/14) hatte ein Hausverwalter, der für eine Grundstücksgemeinschaft tätig war, bei der vollständigen Erklärung zur gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen und der Umsatzsteuerjahreserklärung mitgewirkt. Das Finanzamt wies den Kläger als Beistand der Grundstücksgemeinschaft zurück.

Der Hausverwalter sei nach § 80 Abs. 5 Abgabenordnung (AO) nicht befugt, geschäftsmäßig Hilfe in Steuersachen zu leisten. Das Finanzgericht wies eine gegen diesen Bescheid des Finanzamts gerichtete Klage des Hausverwalters ab. Auch vor dem BFH hatte die Klage keinen Erfolg. Die Münchner Richter sahen eine steuerliche Hilfeleistung „hinsichtlich des Vermögens”, das laut Vertrag zu verwalten ist, überschritten. Denn auch andere persönliche Verhältnisse des Steuerpflichtigen müssten in den genannten Erklärungen berücksichtigt werden.

Dies gelte auch dann, wenn das Grundstück den alleinigen Vermögensgegenstand des Steuerpflichtigen darstelle. Denn beispielsweise enthalte eine Umsatzsteuererklärung auch Feststellungen über den umsatzsteuerlichen Umfang des Unternehmens. Dann aber sei der sachliche Zusammenhang mit der Verwaltung eines bestimmten Grundstücks bereits überschritten.

Benötigen Sie eine steuerliche Beratung zum Thema Gewerbe, Apotheken oder Immobilien dann rufen Sie uns an - Ihr Steuerberater in Berlin Schöneberg

Weitere Artikel die Sie interessieren könnten


Wann ist ein Familienheim-Erbe steuerfrei?

Das Erbe eines von den Eltern bewohnten Hauses oder einer Wohnung kann steuerfrei sein. Hierfür gelten allerdings besondere Voraussetzungen. So muss die eigene Nutzung der Immobilie durch die Erben spätestens ein halbes Jahr nach dem Erbfall beginnen.

» Beitrag lesen

Sozialversicherungspflicht für Hausmeisterdienste?

Falsa demonstratio non nocet – das ist ein unter Juristen bekannter Grundsatz. Eine falsche Bezeichnung schadet nicht. Diese Maxime hat sich das Sozialgericht Landshut in einer aktuellen Entscheidung zu Herzen genommen.

» Beitrag lesen

Die neue Grundsteuer

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dass die Grundsteuer in der bisherigen Form verfassungswidrig sei, hat den Gesetzgeber unter Zugzwang gesetzt. Bis Ende 2019 müssen neue Regelungen gefunden werden. Wie werden diese aussehen? Bund, Länder und Kommunen haben sich jetzt auf die Grundzüge einer neuen Grundsteuer geeinigt. Trotzdem gibt es noch ungeklärte Fragen.

» Beitrag lesen

Immobilienverkauf und Spekulationssteuer

Schon seit vielen Jahren kennen die Immobilienpreise nur eine Richtung: Sie gehen steil nach oben. Wie lange dieser Trend noch anhält, ist unsicher. Da liegt es für viele Eigentümer von Immobilien nahe, von den hohen Preisen zu profitieren und ihre Immobilie zu verkaufen. Wer hier aber nicht aufpasst, muss den Fiskus in beträchtlicher Höhe an […]

» Beitrag lesen

Verkauf einer Ferienwohnung: steuerfrei bei Selbstnutzung

Wenn eine Wohnung oder ein Haus verkauft wird, stellt sich für viele Menschen die Frage, ob ein solches Geschäft der Einkommensteuer unterfällt. Neben der bekannten Zehnjahresfrist, die für die Steuerfreiheit eingehalten werden muss, kennt das Einkommensteuergesetz noch einen anderen Tatbestand, der die Steuerpflicht entfallen lässt. Der BFH hat jetzt klargestellt, wie dieser Tatbestand zu interpretieren […]

» Beitrag lesen

Liquidationswert oder gemeiner Wert bei geerbtem Grundstück?

Der gemeine Wert eines Grundstücks ist in § 9 des Bewertungsgesetzes (BewG) geregelt. Dieser Wert richtet sich nach dem Preis, der im „gewöhnlichen Geschäftsverkehr“ zu erzielen ist – also unter marktüblichen Umständen.

» Beitrag lesen

Ein Immobilienmakler ist kein Steuerberater

Ein Immobilienmakler ist nur dann zur Beratung über steuerliche Aspekte eines Immobiliengeschäfts verpflichtet, wenn dies explizit im Maklervertrag vereinbart wurde oder wenn er nach außen erkennbar mit einem besonderen steuerlichen Wissen wirbt. Grundsätzlich haftet ein Immobilienmakler deshalb nicht, wenn ein Verkäufer vom Finanzamt zu einer hohen Steuernachzahlung aufgefordert wird. Darauf hat der Bundesgerichtshof in einer […]

» Beitrag lesen

BVerfG: Die Grundsteuer ist verfassungswidrig

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Grundsteuer hat für die Steuerberater der Eigentümer von Berliner Immobilien erhebliche Konsequenzen.

» Beitrag lesen

Risiko Schenkungsteuer beim Immobilienkauf

Als Steuerberater in Berlin Schöneberg berate ich häufig Mandanten, die ihre Immobilie an Verwandte oder Freunde verkaufen möchten. Offensichtliche „Freundschaftspreise“ machen dabei das Finanzamt besonders aufmerksam. Erweist sich der Verkauf als sogenannte gemischte Schenkung, wird Schenkungsteuer fällig.

» Beitrag lesen

Steuerpflichten für Influencer

Eine korrekte Übersetzung für das immer öfter zu hörende Wort „Influencer” gibt es nicht. Der Duden kennt keinen „Beeinflusser”. Trotzdem wird diese Tätigkeit für immer mehr Menschen zur Einnahmequelle – im Nebenerwerb oder als finanzielle Lebensgrundlage.

» Beitrag lesen

Unsere Kontaktdaten als
QR-Code für Ihr Handy:

QR Code Kontaktdaten smart-steuerberatung.de

VCF Download