Sofortige Abschreibung von Sanierungskosten nur eingeschränkt möglich

Wer viel Geld für die energetische Sanierung beim Immobilienkauf investiert, muss aufpassen. Denn nicht immer können diese Kosten zu 100 Prozent sofort abgesetzt werden. Wenn ein gewisser Anteil an den Anschaffungskosten überschritten wird, gilt die reguläre AfA (Absetzung für Abnutzung).

Ein Ehepaar hatte im Jahr 2008 insgesamt vier Immobilien erworben, um Einkünfte aus Vermietung zu erzielen. Im folgenden Jahr machte das Ehepaar Kosten zwischen 20 und 50 Prozent des Anschaffungspreises für energetische Sanierungsmaßnahmen geltend. Das Finanzamt lehnte es ab, diese Aufwendungen als sofort abziehbare Werbungskosten anzuerkennen. Stattdessen wurden die Kosten als anschaffungsnahe Herstellungskosten unter Berücksichtigung von § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG angesetzt. Die Abschreibungsbeträge der betroffenen Mietobjekte wurden dementsprechend erhöht.

Weil dadurch nur eine Abschreibung über einen längeren Zeitraum möglich wurde, ging das Ehepaar vor Gericht. Ohne Erfolg. Das Finanzgericht Nürnberg beschloss mit Urteil vom 12. November 2015 (Az. 4 K 571/13), dass die Auffassung der Finanzbehörde rechtens gewesen sei. Aufwendungen für ein Grundstück seien als Werbungskosten nicht abziehbar, wenn diese innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Erwerb erfolgen und 15 Prozent des Anschaffungspreises überschreiten (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG). Entgegen der Auffassung der Kläger habe es sich im vorliegenden Fall nicht um (sofort absetzbare) Erhaltungsaufwendungen gehandelt. Denn die energetische Sanierung habe die konkreten Funktionen des Gebäudes nicht wesentlich verbessert.

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