Niedrige Mieten mit steuerlichen Nachteilen

Die Vermietung einer Wohnung oder eines Hauses zu einem Preis, der unter der üblichen Ortsmiete liegt, kann steuerlich vorteilhaft sein – bis zu einer gewissen Grenze. Wer als Immobilieneigentümer mehr als zwei Drittel der ortsüblichen Miete verlangt, kann dies steuerlich in voller Höhe anrechnen lassen. Die Folge: Sämtliche Werbungskosten sind abziehbar – auch dann, wenn man Verluste macht. Die 66-Prozent-Grenze gilt seit Anfang 2012. Wer allerdings mit seiner Mietpreisforderung im Grenzbereich dieser 66 Prozent liegt, kann Probleme mit dem Finanzamt bekommen.

 

Denn das Finanzamt könnte in diesem Fall annehmen, dass es sich bei der Vermietung oder Verpachtung nur um „Liebhaberei” handelt, die hauptsächlich von der Motivation getragen wird, Steuern zu sparen. Verluste aus einer Vermietung können nämlich nur dann steuerlich abgesetzt werden, wenn die Absicht vorliegt, langfristig aus den Mieteinnahmen einen Überschuss zu erzielen. Wer weniger als zwei Drittel der ortsüblichen Miete ansetzt, muss seine Ausgaben in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Anteil aufteilen. Beispiel: Der vereinbarte Mietzins liegt bei 60 Prozent des Ortsüblichen. Also kann der Vermieter nur 60 Prozent seiner Ausgaben als Werbungskosten absetzen. 40 Prozent werden steuerlich nicht berücksichtigt.

 

Fazit: Gerade bei Altimmobilien ist die steuerliche Absetzbarkeit von Sanierungskosten attraktiv. Wer diese aber sicher absetzen will, sollte mit dem Mietpreis nicht allzu sehr nach unten gehen – sonst könnte er einen erheblichen Steuervorteil verlieren.

Benötigen Sie eine steuerliche Beratung zum Thema Gewerbe, Apotheken oder Immobilien dann rufen Sie uns an - Ihr Steuerberater in Berlin Schöneberg

Weitere Artikel die Sie interessieren könnten


Zweitwohnsitzsteuer kann verfassungswidrig sein

Wer neben seiner Hauptwohnung eine Zweitwohnung besitzt, muss mit einer zusätzlichen Steuer rechnen: der Zweitwohnsitz- oder Zweitwohnungssteuer. Städte und Gemeinden können selbst entscheiden, ob und in welcher Höhe sie diese Steuer erheben. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die Hauptwohnung in derselben Gemeinde befindet. Die Kommunen erzielen aus dieser Steuer viel Geld: 2007 waren […]

» Beitrag lesen

Wann ist ein Familienheim-Erbe steuerfrei?

Das Erbe eines von den Eltern bewohnten Hauses oder einer Wohnung kann steuerfrei sein. Hierfür gelten allerdings besondere Voraussetzungen. So muss die eigene Nutzung der Immobilie durch die Erben spätestens ein halbes Jahr nach dem Erbfall beginnen.

» Beitrag lesen

Sozialversicherungspflicht für Hausmeisterdienste?

Falsa demonstratio non nocet – das ist ein unter Juristen bekannter Grundsatz. Eine falsche Bezeichnung schadet nicht. Diese Maxime hat sich das Sozialgericht Landshut in einer aktuellen Entscheidung zu Herzen genommen.

» Beitrag lesen

Die neue Grundsteuer

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dass die Grundsteuer in der bisherigen Form verfassungswidrig sei, hat den Gesetzgeber unter Zugzwang gesetzt. Bis Ende 2019 müssen neue Regelungen gefunden werden. Wie werden diese aussehen? Bund, Länder und Kommunen haben sich jetzt auf die Grundzüge einer neuen Grundsteuer geeinigt. Trotzdem gibt es noch ungeklärte Fragen.

» Beitrag lesen

Immobilienverkauf und Spekulationssteuer

Schon seit vielen Jahren kennen die Immobilienpreise nur eine Richtung: Sie gehen steil nach oben. Wie lange dieser Trend noch anhält, ist unsicher. Da liegt es für viele Eigentümer von Immobilien nahe, von den hohen Preisen zu profitieren und ihre Immobilie zu verkaufen. Wer hier aber nicht aufpasst, muss den Fiskus in beträchtlicher Höhe an […]

» Beitrag lesen

Verkauf einer Ferienwohnung: steuerfrei bei Selbstnutzung

Wenn eine Wohnung oder ein Haus verkauft wird, stellt sich für viele Menschen die Frage, ob ein solches Geschäft der Einkommensteuer unterfällt. Neben der bekannten Zehnjahresfrist, die für die Steuerfreiheit eingehalten werden muss, kennt das Einkommensteuergesetz noch einen anderen Tatbestand, der die Steuerpflicht entfallen lässt. Der BFH hat jetzt klargestellt, wie dieser Tatbestand zu interpretieren […]

» Beitrag lesen

Liquidationswert oder gemeiner Wert bei geerbtem Grundstück?

Der gemeine Wert eines Grundstücks ist in § 9 des Bewertungsgesetzes (BewG) geregelt. Dieser Wert richtet sich nach dem Preis, der im „gewöhnlichen Geschäftsverkehr“ zu erzielen ist – also unter marktüblichen Umständen.

» Beitrag lesen

Ein Immobilienmakler ist kein Steuerberater

Ein Immobilienmakler ist nur dann zur Beratung über steuerliche Aspekte eines Immobiliengeschäfts verpflichtet, wenn dies explizit im Maklervertrag vereinbart wurde oder wenn er nach außen erkennbar mit einem besonderen steuerlichen Wissen wirbt. Grundsätzlich haftet ein Immobilienmakler deshalb nicht, wenn ein Verkäufer vom Finanzamt zu einer hohen Steuernachzahlung aufgefordert wird. Darauf hat der Bundesgerichtshof in einer […]

» Beitrag lesen

BVerfG: Die Grundsteuer ist verfassungswidrig

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Grundsteuer hat für die Steuerberater der Eigentümer von Berliner Immobilien erhebliche Konsequenzen.

» Beitrag lesen

Risiko Schenkungsteuer beim Immobilienkauf

Als Steuerberater in Berlin Schöneberg berate ich häufig Mandanten, die ihre Immobilie an Verwandte oder Freunde verkaufen möchten. Offensichtliche „Freundschaftspreise“ machen dabei das Finanzamt besonders aufmerksam. Erweist sich der Verkauf als sogenannte gemischte Schenkung, wird Schenkungsteuer fällig.

» Beitrag lesen

Unsere Kontaktdaten als
QR-Code für Ihr Handy:

QR Code Kontaktdaten smart-steuerberatung.de

VCF Download