Niedrigere Abgaben für die Künstlersozialversicherung?

Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles hat eine Senkung der Abgaben für die Künstlersozialversicherung in Aussicht gestellt. Auf einer Veranstaltung in Berlin erklärte sie, dass in einem neuen Verordnungsentwurf für das Jahr 2017 vorgesehen ist, den Abgabesatz von 5,2 Prozent auf 4,8 Prozent zu senken.

Über die Künstlersozialversicherung sind etwa 180.000 Selbstständige in Deutschland pflichtversichert. Künstler, Publizisten und Musiker leisten ihre Sozialabgaben ähnlich wie Arbeitnehmer. Sie müssen nur für die Hälfte ihrer Beiträge aufkommen. Den Rest zahlt die Künstlersozialkasse, die ihren Sitz in Wilhelmshaven hat. Finanziert wird dieses System zu 50 Prozent von den Versicherten selbst, der Bund zahlt einen Zuschuss von 20 Prozent. Unternehmen, die künstlerische und publizistische Leistungen in Anspruch nehmen, zahlen den restlichen Anteil von 30 Prozent in Form einer Umlage.

Für jedes Kalenderjahr wird dieser Abgabesatz neu festgelegt. Als Bemessungsgrundlage sind alle Entgelte heranzuziehen, die an selbstständige Künstler und Publizisten in einem Jahr gezahlt wurden. Auf der Veranstaltung Zukunftswerkstatt Künstlersozialversicherung wies die Bundesarbeitsministerin auf gestiegene Einnahmen hin, die durch Änderungen bei der Abgabeerhebung ermöglicht wurden. So konnten im Jahr 2015 30 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen erzielt werden. Dazu kamen 30.000 Unternehmen, die erstmals in die Künstlersozialversicherung einzahlten. Aufgrund dieser positiven Entwicklung auf der Einnahmenseite kann der Abgabesatz im kommenden Jahr voraussichtlich um 0,4 Prozentpunkte gesenkt werden.

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