Kaufpreisaufteilung zwischen Gebäude und Grundstück

Nach geltendem deutschen Recht ist es in der Regel nicht möglich, ein Gebäude ohne das dazugehörige Grundstück zu verkaufen. Dies kann bei der Abschreibung des Gebäudes zu steuerlichen Schwierigkeiten führen. Denn wie berechnet sich der Kaufpreisanteil für das Gebäude? Eine Excel-Vorlage des Bundesfinanzministeriums schafft Abhilfe.

Bei der Festsetzung der Gebäudeabschreibung ist das Finanzamt gehalten, sich an Vereinbarungen im Kaufvertrag zu orientieren. Findet sich in einem Vertrag eine Regelung, die die einzelnen Kaufpreisbestandteile (für das Grundstück und das Gebäude) festlegt, so darf die Finanzbehörde nur dann davon abweichen, wenn die Vereinbarung offensichtlich von dem wirklichen Verhältnis abweicht. Ohne eine vertragliche Regelung wird die Berechnung jedoch schwierig. Die pauschale Anwendung der Restwertmethode ist nicht angemessen – dies hat der Bundesfinanzhof schon vor mehreren Jahren festgestellt (Urteil vom 10. Oktober 2000, IX R 86/97). Das Restwertverfahren zieht den Wert des Gebäudes vom Kaufpreis ab und gelangt auf diesem einfachen Weg zur Feststellung des Kaufpreisanteils für das Grundstück. In der Praxis führt dies in der Regel zu hohen Gebäudepreisen, die wiederum höhere Abschreibungen für die Gebäudeabnutzung ermöglichen.

Das Bundesfinanzministerium hat jetzt ein Berechnungsprogramm veröffentlicht, das als Excel-Vorlage kostenlos zum Download vorliegt. Selbstverständlich kann auch dieses Berechnungsprogramm keine abschließende rechtliche Bewertung ersetzen. Es bietet aber eine praktische Orientierungshilfe. Letztlich kommt es – wie stets im Recht – immer auf den Einzelfall an.

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