Ein Immobilienmakler ist kein Steuerberater

Ein Immobilienmakler ist nur dann zur Beratung über steuerliche Aspekte eines Immobiliengeschäfts verpflichtet, wenn dies explizit im Maklervertrag vereinbart wurde oder wenn er nach außen erkennbar mit einem besonderen steuerlichen Wissen wirbt. Grundsätzlich haftet ein Immobilienmakler deshalb nicht, wenn ein Verkäufer vom Finanzamt zu einer hohen Steuernachzahlung aufgefordert wird. Darauf hat der Bundesgerichtshof in einer neuen Entscheidung hingewiesen.

Die Eigentümerin eines Immobilienobjekts hatte im Jahr 2013 ihr Grundstück, das sie neun Jahre vorher erworben hatte, für 295.000 Euro verkauft. Für dieses Immobiliengeschäft ließ sie sich von einer Immobilienmaklerin unterstützen und beraten. Weil der Verkauf der Immobilie noch innerhalb der 10-jährigen Spekulationsfrist im Sinne von § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG stattfand, wurde auf den Kaufpreis gemäß § 22 Nr. 2 EStG Einkommensteuer fällig, die das Finanzamt von der ehemaligen Eigentümerin des Grundstücks forderte. Insgesamt musste die Verkäuferin eine Nachzahlung von 48.000 Euro leisten. Sie erhob daraufhin Klage gegen die Immobilienmaklerin auf Ersatz ihres Schadens, den sie aufgrund einer ihrer Meinung nach fehlenden steuerlichen Beratung erlitten hätte.

Sowohl das Landgericht Krefeld wie auch das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden zu Gunsten der Beklagten. Der Bundesgerichtshof schloss sich den Vorinstanzen an. Zur Begründung führt der BGH in seinem Urteil vom 12. Juli 2018 (Az. I ZR 152/17) aus, dass die steuerliche Beratung keine Nebenpflicht aus einem Maklervertrag sei. Zwar seien auch Immobilienmakler gemäß § 4 Nr. 5 StBerG zur Beratung in einschlägigen Fragen des Steuerrechts befugt – jedoch nicht verpflichtet. Anderes gelte nur ausnahmsweise, wenn der Immobilienmakler zum Beispiel gegenüber seinem Kunden als ausgewiesener Fachmann für Steuerfragen auftritt. Erst dann, wenn der Kunde steuerliche Fragen im Rahmen des Maklergeschäfts ausdrücklich anspricht, müsse der Immobilienmakler den Kunden entweder beraten oder den Hinweis geben, fachmännischen Rat (zum Beispiel von einem Steuerberater) einzuholen. Dies sei in dem entschiedenen Fall jedoch nicht so gewesen.

Aus der Entscheidung des BGH geht also eindeutig hervor, dass ein Immobilienmakler kein Steuerberater ist und deshalb zu Recht nicht haftet, wenn er ohne Aufforderung auch keine Informationen über steuerliche Aspekte eines Immobiliengeschäfts übermittelt. So lange ein Immobilienmakler keine ausgewiesenen Kenntnisse über steuerrechtliche Aspekte von Immobiliengeschäften vorweist, bleibt die Steuerberatung dem dafür ausgebildeten Spezialisten überlassen, der die strengen berufsrechtlichen Zugangsvoraussetzungen eines Steuerberaters erfüllt. Wenn Sie sich vor einem beabsichtigten Immobilienkauf oder Immobilienverkauf über alle steuerlichen Aspekte informieren möchten, wenden Sie sich deshalb an mich als kompetenten Steuerberater in Berlin Schöneberg.

Benötigen Sie eine steuerliche Beratung zum Thema Gewerbe, Apotheken oder Immobilien dann rufen Sie uns an - Ihr Steuerberater in Berlin Schöneberg

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