Handwerkerleistungen: steuerbegünstigt nur im Haushalt

Die Steuerbegünstigung von Handwerkerleistungen bezieht sich nur auf Arbeiten, die direkt im Haushalt des Steuerpflichtigen erfolgen. Erfolgt die Tätigkeit außerhalb des Haushalts, ist eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG ausgeschlossen. Auf diesen Grundsatz hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz in einem Urteil vom 6. Juli 2016 hingewiesen (Az. 1 K 1252/16).

Hintergrund war die Klage von Eheleuten, die einen Raumausstatter mit dem Bezug einer Sitzgruppe beauftragt hatten. Der Handwerker hatte die Sitzgruppe aus dem Haushalt des Ehepaars abgeholt, die Möbel in seiner Werkstatt bezogen und daraufhin wieder angeliefert. Er berechnete für seine Leistungen 2.600 Euro. Die Eheleute beantragten in ihrer Einkommensteuererklärung eine Steuerermäßigung gemäß § 35a EStG für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen. Das Finanzamt lehnte die Berücksichtigung der Kosten für den Raumausstatter ab.

Die Richter am Finanzgericht Rheinland-Pfalz gaben dem Finanzamt Recht. Zwar kämen Handwerkerleistungen grundsätzlich als steuermindernd in Betracht. Nach § 35a Abs. 4 Satz 1 EStG muss eine solche Leistung jedoch im Haushalt des Steuerpflichtigen durchgeführt werden. Im vorliegenden Fall sei die eigentliche Leistung in der Werkstatt des Raumausstatters erfolgt. Innerhalb der Wohnung der Kläger habe der Raumausstatter keinerlei handwerkliche Leistungen vorgenommen. Der Transport der Möbel sei im Vergleich zum Neubezug der Möbel eine untergeordnete Nebenleistung. Damit sei insgesamt der unmittelbare räumliche Zusammenhang zwischen Leistung und Haushalt nicht gegeben.

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