Freiberufler oder Gewerbetreibender

Selbstständige Tätigkeiten unterscheiden sich in steuerlicher Hinsicht entscheidend dadurch, ob die Arbeit als gewerblich oder freiberuflich eingestuft wird. Denn nur für Gewerbetreibende fällt Gewerbesteuer an. Diese wird von den Gemeinden erhoben (§ 1 GewStG).

Im Gesetz findet sich neben einzelnen Beispielen, die sich unter anderem auf die Rechtsform des Unternehmens beziehen (so ist eine GmbH oder AG immer ein Gewerbebetrieb, § 2 Abs. 2 GewStG) nur eine negative Bestimmung des Gewerbebegriffs. Gemäß § 15 Abs. 2 Satz 1 EStG grenzt sich ein Gewerbebetrieb nämlich von der Ausübung land- oder forstwirtschaftlicher Tätigkeiten, den freien Berufen und sonstigen selbstständigen Tätigkeiten ab.

Die freien Berufe zeichnen sich durch eine „selbstständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit” aus – Beispiele dafür sind Rechtsanwälte, Ärzte oder Journalisten (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG). Nach einem Urteil des EuGH wird Freiberuflichkeit durch den intellektuellen und hoch qualifizierten Charakter der Tätigkeit begründet (11. Oktober 2001, Az. C-267/99).

Auch die höchsten deutschen Finanzgerichte haben sich in zahlreichen Urteilen mit der Unterscheidung zwischen Gewerbe und Freiberuflichkeit befasst. Nicht Freiberufler, sondern Gewerbetreibende sind demnach zum Beispiel Apotheker, Astrologen, nicht-künstlerisch tätige Fotografen, Gebrauchsgrafiker, Kreditberater, Projektmanager oder Versicherungsmakler. In Einzelfällen gibt es Unterschiede. Die Klassifizierungen sind in den Einkommensteuerrichtlinien H 15.6 b nachzulesen.

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