Wann ist ein Familienheim-Erbe steuerfrei?

Das Erbe eines von den Eltern bewohnten Hauses oder einer Wohnung kann steuerfrei sein. Hierfür gelten allerdings besondere Voraussetzungen. So muss die eigene Nutzung der Immobilie durch die Erben spätestens ein halbes Jahr nach dem Erbfall beginnen.

Die Steuerbefreiung für Familienheime richtet sich nach § 13 Abs. 1 Nr. 4c Satz 1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG). Der steuerfreie Erwerb durch Erbschaft hat dabei unter anderem folgende Voraussetzungen:

  • Der Erblasser hat die Wohnung bis zum Erbfall selbst genutzt. Dies gilt jedoch auch, wenn er aus zwingenden Gründen an einer eigenen Nutzung verhindert war (wenn er zum Beispiel im Krankenhaus war).
  • Der Erbe muss die Wohnung unverzüglich zur eigenen Nutzung beziehen.
  • Die gesamte Wohnfläche darf dabei höchstens 200 Quadratmeter betragen.

In Streitfällen mit dem Finanzamt, mit denen ich als Steuerberater in Berlin Schöneberg auch befasst bin, ist natürlich oft die entscheidende Frage, was mit einer unverzüglichen Eigennutzung gemeint ist. Der Bundesfinanzhof hat sich in einer neuen Entscheidung hier festgelegt (Urteil vom 28. Mai 2019, Az. II R 37/16): Die Frist beträgt ein halbes Jahr nach dem Erbfall. Eine Nutzung innerhalb dieser Zeitspanne bewirkt Steuerfreiheit.

Im zugrunde liegenden Fall hatte ein Sohn geklagt, der das Haus seines Vaters geerbt hatte. Das Finanzamt verlangte von ihm die entsprechende Erbschaftsteuer. Gegen diese Forderung klagte der Erbe. Er hatte das geerbte Haus jedoch erst zweieinhalb Jahre, nachdem sein Vater gestorben war, bezogen. Nachdem er über eine lange Zeit diverse Angebote von Handwerkern eingeholt hatte, begann er erst zwei Jahre nach dem Erbfall damit, das Haus zu renovieren.

Der BFH gab dem Finanzamt Recht. Denn von einer „Unverzüglichkeit“ im Sinne von § 13 Abs. 1 Nr. 4c Satz 1 ErbStG) könne jedenfalls nach zweieinhalb Jahren keine Rede mehr sein. Vielmehr sei eine Steuerbefreiung nur dann möglich, wenn zwischen dem Erbfall und der Selbstnutzung höchstens sechs Monate liegen. Der Kläger hatte es jedoch versäumt, innerhalb dieser Frist nach der Eintragung im Grundbuch das Haus zu eigenen Wohnzwecken zu bestimmen. Im Übrigen konnte der Kläger auch nicht darlegen, dass er die Versäumung dieser Frist nicht zu vertreten hatte.

Manche gesetzlichen Vorschriften – gerade im Recht der Erbschaftsteuer – sind den Erben oft unbekannt. Wer hier nicht aufpasst, verliert oft viele Tausend Euro an den Fiskus. Die Inanspruchnahme einer professionellen Steuerberatung für Immobilien in Berlin lohnt sich deshalb.

Benötigen Sie eine steuerliche Beratung zum Thema Gewerbe, Apotheken oder Immobilien dann rufen Sie uns an - Ihr Steuerberater in Berlin Schöneberg

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