Was sich 2017 ändert im Steuerrecht

Zum Jahreswechsel ändern sich zahlreiche Gesetzesvorschriften – auch im Steuerrecht. Unter anderem gelten ab 2017 höhere Freibeträge und es fallen einige Vorlagepflichten bei der Einkommensteuererklärung weg. Für Gewerbetreibende werden sich vor allem die Änderungen bei elektronischen Registrierkassen bemerkbar machen.

So werden der Grundfreibetrag (und entsprechend der Unterhaltshöchstbetrag) um 168 Euro auf 8.820 Euro angehoben. Der Kinderfreibetrag steigt um 108 Euro auf 4.716 Euro. Gleichzeitig wird das Kindergeld für jedes Kind um 2 Euro erhöht. Für das erste und zweite Kind gibt es im neuen Jahr je 192 Euro, für das dritte Kind 198 Euro, für weitere Kinder jeweils 223 Euro. Die Steuermehrbelastung durch die Inflation, die sogenannte „kalte Progression”, soll 2017 durch eine Anpassung der Eckwerte an die Preissteigerungsrate verhindert werden. Die Inflationsrate des Jahres 2016 wird dabei im zweiten Steuerprogressionsbericht des BMF auf 0,72 Prozent geschätzt.

Für die Einkommensteuererklärung werden ab 2017 weniger Dokumente vorzulegen sein. Vorlagepflichten werden weitgehend durch Vorhaltepflichten ersetzt. Das heißt: Anstatt zum Beispiel Bestätigungen über Spenden der Einkommensteuererklärung beizufügen, müssen diese lediglich ein Jahr lang aufbewahrt werden, um sie nach Aufforderung durch das Finanzamt vorzeigen zu können.

Schließlich ist die Übergangsfrist des BMF-Schreibens vom 26. November 2010 (BStBl I S. 1342) zur Aufbewahrung digitaler Unterlagen bei Bargeschäften zum 31. Dezember 2016 ausgelaufen. Wer mit elektronischen Registrierkassen Bargeschäfte aufzeichnet, muss die Aufzeichnungen innerhalb der Aufbewahrungsfrist jederzeit digital verfügbar halten. Die Aufzeichnungen müssen jederzeit und unverzüglich für Maschinen lesbar sein. Damit will der Gesetzgeber Manipulationen vorbeugen. Einzelne Geschäftsvorfälle sind laufend zu erfassen – und zwar so, dass diese sich in ihrer Entstehung und Abwicklung sofort verfolgen lassen. Ausnahmen bestehen bei den Bargeschäften des täglichen Lebens, wo Waren an eine Vielzahl von unbekannten Personen verkauft werden.

Jeder Verkauf muss also einzeln dokumentiert, abgespeichert sowie 10 Jahre aufbewahrt werden, wenn eine elektronische Kasse eingesetzt wird. Der sogenannte Z-Bon, der die Tagesaufzeichnungen ausdruckt und gleichzeitig aus dem Datenspeicher löscht, wird im neuen Jahr nicht mehr akzeptiert. Nachweise auf Papier genügen der Aufzeichnungspflicht nicht mehr. Trotzdem: Auch im Jahr 2017 ist niemand verpflichtet, elektronische Registrierkassen zu führen. Einige Herstellerfirmen haben in dieser Hinsicht mit unklaren Angaben Einzelhändler und Gastronomen verunsichert. Es bleibt dabei: Eine offene Ladenkasse, die auf jegliche Elektronik verzichtet, ist nach wie vor möglich.

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