Mit Pauschalen Steuern sparen

Der Gewinn eines selbstständig tätigen Unternehmers ist die Differenz zwischen Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben. Für einige wenige Berufsgruppen gibt es jedoch Sonderregelungen. Bestimmte Freiberufler können bei der Einkommensteuererklärung für ihre Betriebsausgaben Pauschalen ansetzen. Dies lohnt sich immer dann, wenn die tatsächlichen Ausgaben überschaubar sind.

Als Steuerberater in Berlin Schöneberg berate ich häufig freiberuflich tätige Schriftsteller, Journalisten oder Angehörige anderer kreativer Berufe. Gerade diejenigen, die ihre Einkünfte mit dem Schreiben erzielen, müssen für ihre Tätigkeit meist wenig Geld ausgeben. Für den Texter von heute reichen oft ein Notebook, ein Drucker und ein Anschluss ans Internet. Da ist es klar, dass die Ausgaben überschaubar bleiben. Aber je niedriger die Betriebsausgaben sind, desto höher ist der Gewinn, der für die Bemessung der Einkommensteuer herangezogen wird. Doch es gibt Möglichkeiten, schon bei der Bemessung des steuerlich relevanten Gewinns von Pauschalen zu profitieren.

Denn nach den Einkommensteuerhinweisen des Bundesministeriums für Finanzen ist es „nicht zu beanstanden“, wenn ein hauptberuflich tätiger Journalist oder Schriftsteller von seinen Einkünften pauschal 30 Prozent der Einnahmen als Ausgaben ansetzt (siehe Hinweis 18.2 EStH 2010). Ein Beispiel: Ein Journalist hat im Jahr 2018 Einnahmen von 20.000 Euro und Ausgaben in Höhe von 1.000 Euro. Der Gewinn beträgt demnach 19.000 Euro – und dieser ist zu versteuern. Wendet der Journalist dagegen eine Pauschale an, so kann er von der 30-Prozent-Regelung profitieren. Hier gilt jedoch eine Höchstgrenze von 2.455 Euro. In unserem Beispiel setzt der Journalist also keine 6.000 Euro (30 % von 20.000 Euro) als Ausgaben an, immerhin aber 2.455 Euro, sodass sich sein Gewinn im Vergleich zum Ansatz der tatsächlichen Ausgaben um 1.455 Euro mindert: 17.545 Euro statt 19.000 Euro.

Bei nebenberuflich ausgeführten Tätigkeiten können die pauschalierten Betriebsausgaben auch von weiteren Berufsgruppen angewendet werden: zum Beispiel von Künstlern, Vortragsrednern, Lehrenden oder Prüfern. Sie dürfen 25 Prozent der Betriebseinnahmen abziehen. Die Höchstgrenze beträgt hier 614 Euro. In diesen Fällen sollte aber immer geprüft werden, ob nicht schon eine Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 26 EStG vorliegt.

Übrigens: Auch bei der Umsatzsteuer kann die Anwendung von Pauschalen günstig sein. Die Vorsteuerpauschale ist sogar für sehr viele Berufsgruppen möglich – auch aus dem Handwerk, dem Einzelhandel und anderen Gewerbearten. Grundlage für die Vorsteuerpauschale ist § 23 UStG. In der Anlage zu §§ 69, 70 UStDV ist für jede Berufsgruppe im Einzelnen angegeben, wie viel Prozent des Umsatzes als Vorsteuer pauschal abgesetzt werden dürfen. Als Steuerberater in Berlin Schöneberg informiere ich Sie gern darüber, welches Vorgehen in Bezug auf Einkommensteuer und Umsatzsteuer individuell vorzuziehen ist.

Benötigen Sie eine steuerliche Beratung zum Thema Gewerbe, Apotheken oder Immobilien dann rufen Sie uns an - Ihr Steuerberater in Berlin Schöneberg

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