Dienstwagen: 1-Prozent-Regelung auch bei Minijobs

Als Steuerberater in Berlin Schöneberg weise ich meine Mandanten auf günstige Optionen des Steuerrechts hin. Dazu gehört zum Beispiel die 1-Prozent-Regelung im Zusammenhang mit der Dienstwagenüberlassung an Arbeitnehmer. Durch diese Regelung wird ein Prozent des Listenpreises des Firmenwagens, der auch privat genutzt wird, dem Einkommen des Arbeitnehmers hinzugerechnet. Diesen Betrag zieht der Arbeitgeber vom Nettolohn des Arbeitnehmers ab – das ist die sogenannte Barlohnumwandlung.

Dass die 1-Prozent-Regelung nicht nur für Vollzeitbeschäftigte gilt, hat jetzt das Finanzgericht Köln deutlich gemacht (Urteil vom 27. September 2017, Az. 3 K 2547/16). In dem zugrunde liegenden Fall ging es darum, dass ein Selbstständiger seiner Frau den Dienstwagen des Unternehmens überließ. Seine Gattin war als Bürokraft und Kurierfahrerin für ihn tätig. Diese Tätigkeit war nebenberuflicher Natur. Der Lohn für die Arbeit betrug 400 Euro monatlich. Die Ehefrau durfte den Dienstwagen auch privat nutzen. Diesen geldwerten Vorteil behielt der Ehemann als Arbeitgeber vom Lohn ein – und zwar in Höhe von 385 Euro. Dies entsprach einem Prozent des Kfz-Listenpreises. Durch die Inanspruchnahme der 1-Prozent-Regelung wurde die Ehefrau für ihre Nebentätigkeit praktisch fast ausschließlich mit der privaten Nutzungsmöglichkeit des Pkw entschädigt.

Das zuständige Finanzamt entschied nach einer Außenprüfung, dies nicht anzuerkennen. Als Begründung führte die Behörde an, dass unter anderen Umständen, wenn es sich um einen familienfremden Arbeitnehmer gehandelt hätte, eine solche Regelung niemals zu Anwendung gekommen wäre. Das Arbeitsverhältnis hielt nach Auffassung der Behörde einem Fremdvergleich nicht stand. Der Arbeitsvertrag war demnach nicht beruflich veranlasst und die steuerliche Begünstigung des privat genutzten Wagens als Dienstwagen musste entfallen. Im konkreten Fall hatte dies zur Folge, dass alle Positionen, die im Zusammenhang mit dem Pkw standen und den Gewinn erhöhten oder minderten, nicht berücksichtigt werden konnten. Denn das Fahrzeug sei nicht dem Unternehmensvermögen zuzuordnen. Auch die Umsatzsteuer und der geltend gemachte Vorsteuerabzug mussten korrigiert werden.

Die Richter des Finanzgerichts Köln widersprachen der Auffassung des Finanzamts. Trotz der ungewöhnlichen Ausgestaltung des Arbeitsvertrags sei dies nicht zwingend auf die familiäre Verbindung der Beteiligten zurückzuführen. Es sei durchaus denkbar, dass eine solche Vereinbarung auch unter Fremden angewendet würde. Es sei nicht zwingend, dass Dienstwagen nur Beschäftigten in Vollzeit oder nur Mitarbeitern in Führungspositionen zur Privatnutzung überlassen werden. Somit war der Ansatz der 385 Euro als Teil der Betriebsausgaben rechtmäßig gewesen.

Obwohl das sogenannte Dienstwagenprivileg schon seit langer Zeit in der Diskussion ist (und sogar die „fünf Wirtschaftsweisen” bereits eine umfängliche Reform gefordert haben), ist die 1-Prozent-Regelung geltendes Recht. Das Urteil des Finanzgerichts Köln macht dies klar. Gern können sich Interessierte an mich als Steuerberater in Berlin Schöneberg wenden, wenn sie hierzu und zu anderen steuerlichen Fragen kompetente Auskünfte wünschen.

Benötigen Sie eine steuerliche Beratung zum Thema Gewerbe, Apotheken oder Immobilien dann rufen Sie uns an - Ihr Steuerberater in Berlin Schöneberg

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