Arbeitslosenversicherung für Start-Ups

Der Sprung in die Selbstständigkeit ist immer ein gewisses Risiko. Dies gilt insbesondere für Menschen, die mit einem eigenen Unternehmen ihre Arbeitslosigkeit beenden möchten. Seit einigen Jahren gibt es auch für Selbstständige die Möglichkeit, sich gegen die finanziellen Gefahren einer erneuten Arbeitslosigkeit zu schützen. Doch diese Versicherung ist nicht nur mit Vorteilen verbunden.

Die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Selbstständige heißt offiziell „Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag“ und ist in § 28a SGB III geregelt. Sie orientiert sich in vielen Punkten an der Versicherungspflicht für Arbeitnehmer. Wer als Start-up eine solche Versicherung abschließen möchte, muss jedoch verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Innerhalb der letzten zwei Jahre vor Beginn der Selbstständigkeit muss der Antragsteller mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden haben und er muss unmittelbar vorher eine Entgeltersatzleistung nach dem SGB III bezogen haben, zum Beispiel Arbeitslosengeld I.

Der monatliche Beitrag zur Arbeitslosenversicherung liegt 2019 bei 77,87 Euro (West) beziehungsweise 71,75 Euro (Ost). In den ersten zwei Jahren der Selbstständigkeit muss allerdings nur die Hälfte dieses Betrags gezahlt werden (also 38,94 Euro beziehungsweise 35,88 Euro). Der Anspruch auf Unterstützung im Fall der Arbeitslosigkeit beginnt erst, nachdem der Selbstständige ein Jahr seinem Unternehmen nachgegangen ist. Dann besteht ein Anspruch auf sechs Monate Bezug von Arbeitslosengeld I. Nach zwei Jahren Beschäftigung kann ein Jahr lang Unterstützung vom Staat bezogen werden.

Die Höhe des Anspruchs richtet sich – im Gegensatz zum Arbeitslosengeld für Arbeitnehmer – nicht nach dem tatsächlich verdienten Einkommen, sondern nach der Ausbildung. Wer keine Berufsausbildung vorweisen kann, muss sich mit 866,10 Euro im Monat zufriedengeben, Akademiker bekommen dagegen jeden Monat 1.529,40 Euro von der Agentur für Arbeit ausgezahlt (Beispiele für Steuerklasse III ohne Kind).

Ein nicht ausgebildeter Selbstständiger wäre mit deutlich weniger als 1.000 Euro im Monat in der Regel zusätzlich auf Hartz IV angewiesen. Für gut ausgebildete Start-ups dagegen stellt sich die freiwillige Arbeitslosenversicherung jedoch als interessante Absicherung dar – insbesondere dann, wenn man die ersten zwei Jahre berücksichtigt, in denen nur die Hälfte des Betrags zu zahlen ist. Besonders in den ersten zwei Jahren ist auch die Gefahr des Scheiterns eines unternehmerischen Projekts besonders hoch.

Jeder Selbstständige, der sein Unternehmen aus der Arbeitslosigkeit startet, sollte aber auch in Betracht ziehen, dass er mindestens fünf Jahre in diese Versicherung einzahlen muss. Für viele Start-ups ist die Arbeitslosenversicherung jedoch eine vernünftige Investition, die sich zudem von der Steuer absetzen lässt – nicht als Betriebsausgabe, sondern als Sonderausgabe. Auch zu diesem Thema informiere ich als Steuerberater in Berlin Schöneberg Menschen, die sich selbstständig machen möchten.

Benötigen Sie eine steuerliche Beratung zum Thema Gewerbe, Apotheken oder Immobilien dann rufen Sie uns an - Ihr Steuerberater in Berlin Schöneberg

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