Nahrungsergänzungsmittel: 7 oder 19 Prozent Umsatzsteuer?

Sogenannte Nahrungsergänzungsmittel sind sehr beliebt. Auch Apotheker erzielen mit dem Verkauf von Produkten aus dieser Warengruppe oft nennenswerte Umsätze. Zu Problemen führen diese Mittel regelmäßig dann, wenn der Umsatzsteuersatz zu ermitteln ist: 7 oder 19 Prozent? Bei der Frage kommt es darauf an, wie das Produkt einzuordnen ist. Medikamente sind nach dem Regelsatz von 19 Prozent zu besteuern. Auf Lebensmittel werden dagegen nur 7 Prozent Umsatzsteuer berechnet. Getränke gelten nur in Form von Trinkwasser oder Milchmixgetränken als steuerlich privilegierte Lebensmittel.

Nahrungsergänzungsmittel, die sich an der Schnittstelle zwischen Arzneimitteln und Lebensmitteln befinden, werden im Bezug auf den festzulegenden Umsatzsteuersatz danach bewertet, wie sie zollrechtlich einzuordnen sind. Der EuGH stellt bei dieser Frage auf die objektiven Merkmale und Eigenschaften sowie den Verwendungszweck der Ware ab. Beispiele: Eine Vitamin-C-Tablette (Taxofit) ist ein pharmazeutisches Erzeugnis, weil der Vitamin-C-Gehalt deutlich über dem Wert liegt, der für die Ernährung notwendig ist. Eine Lachsöl-Kapsel (Swiss Caps) dagegen ìst aufgrund der objektiven Merkmale ihres Inhalts ein Lebensmittel und deshalb umsatzsteuerrechtlich begünstigt. Werden Nahrungsmittelergänzungen jedoch zum Trinken angeboten, handelt es sich um „andere nicht alkoholische Getränke” – es gilt der Regelsteuersatz.

Vereinfacht gesagt: Werden nur Nährstoffe mit dem Nahrungsergänzungsmittel bereitgestellt, handelt es sich um eine Lebensmittelzubereitung mit einem Umsatzsteuersatz von 7 Prozent (Ausnahme: Getränke). Bei einer pharmakologischen Wirkung ist jedoch vom Regelsteuersatz auszugehen.

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