Was ändert sich 2019 im Steuerrecht?

Wie immer stehen zum Jahreswechsel Änderungen im Steuerrecht an. Noch ist nicht jede Einzelheit beschlossen, aber es zeichnet sich jetzt schon in Grundlinien ab, was auf die Steuerzahler zukommt. Der Referentenentwurf zum Jahressteuergesetz 2018 wurde im Juni veröffentlicht, er kündigt zahlreiche Änderungen für das Jahr 2019 an. Welche dies voraussichtlich sein werden, zeigt die folgende Übersicht.

Die Gutscheinrichtlinie der Europäischen Union soll ab 1. Januar 2019 im deutschen Umsatzsteuergesetz verankert werden. Ab dem nächsten Jahr wird zwischen sogenannten Einzweck- und Mehrzweckgutscheinen unterschieden. Die bisher geltende Differenzierung zwischen Wert- und Warengutschein wird es nicht mehr geben. Neu ist, dass bei Einzweckgutscheinen die Besteuerung bereits dann ansetzt, wenn der Gutschein ausgegeben oder übertragen wird. Dies ergibt sich bereits aus der Definition eines Einzweckgutscheins: Bei diesem liegen bereits zum Zeitpunkt der Ausstellung alle Informationen für die Bestimmung der Umsatzsteuer vor. Der Mehrzweckgutschein grenzt sich durch genau dieses Kriterium ab: Hier liegen alle Informationen erst bei der Lieferung oder Leistung vor. Der liefernde Unternehmer legt erst dann fest, in welcher Höhe er den Gutschein annimmt. Der Begriff des „Entgelts” in § 10 UStG wird neu definiert und damit an den Artikel 73 der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie der Europäischen Gemeinschaft angeglichen.

Neu wird auch § 3a Abs. 5 UStG gefasst, der den Leistungsort für Leistungen im Bereich Telekommunikation, Rundfunk und Fernsehen regelt. Es wird ein Schwellenwert von 10.000 Euro festgesetzt, um auch kleineren Firmen die Besteuerung nach dem Recht im Inland zu ermöglichen. Für die Betreiber von Online-Marktplätzen wird ab 2019 eine Art Gefährdungshaftung für nicht erbrachte Umsatzsteuer eingeführt. Die Regelungen hierzu finden sich in den neuen Paragrafen 22f und 22e des Umsatzsteuergesetzes. Hierüber wurde in den Fachinformationen bereits berichtet. Für Alten- und Pflegeheime soll eine Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 20c GewStG neu eingeführt werden. Das Investmentsteuergesetz wird zahlreiche Anpassungen vornehmen. Dazu gehören unter anderem neue Definitionen der Begriffe „Aktienfonds” und „Immobilienfonds”. Die Berechnung der Kapitalbeteiligungsquote soll in § 2 Abs. 6 InvStG klargestellt werden.

Weitere Änderungen sind unter anderem für die Bereiche Betriebsrente, Übungsleiterfreibetrag, Sonderausgabenabzug von Vorsorgeaufwendungen, Kapitalertragsteuer-Anrechnungen, Ausgleichszahlungen und Beitragsrückerstattungen nach dem Körperschaftsteuergesetz geplant. Einige Änderungen sollen rückwirkend ab dem 1. Januar 2018 gelten. Wer bereits bei der Steuererklärung für das Jahr 2018, die 2019 abzugeben ist, von Vergünstigungen profitieren möchte, wendet sich am besten an mich als Ihren Steuerberater in Berlin Schöneberg.

Benötigen Sie eine steuerliche Beratung zum Thema Gewerbe, Apotheken oder Immobilien dann rufen Sie uns an - Ihr Steuerberater in Berlin Schöneberg

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